#7: Jung, spannend und dynamisch: Die Hohenstaufen Akademie
Shownotes
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00:00:01: Taktvoll und zeitlos, der Hohenstaufen Festival Podcast
00:00:06: mit Rahel Rilling
00:00:08: und Karsten Kretschmann.
00:00:15: Ja da sind wir wieder!
00:00:17: Hallo
00:00:17: und herzlich willkommen und schön dass ihr dabei seid.
00:00:20: heute sind wir aber nicht zu zweit.
00:00:23: Genau also ich bin Rahel Geigerin.
00:00:26: Ich bin Karsten,
00:00:27: ich kenne hier schon, ich bin Historiker und wir haben jetzt jemand dabei.
00:00:31: mit dem sind wir ja wie soll man sagen Verwand unverschwägert und sogar verheiratet.
00:00:36: Das ist die Sarah.
00:00:38: Willkommen!
00:00:40: Wie schön!
00:00:40: Und der Sarah habt ihr schon ganz oft gehört nämlich immer dann wenn wir so gesagt haben Die Sarah macht das und dass und dann habt ihr euch wahrscheinlich immer gefragt Wer ist denn jetzt eigentlich die Sarah?
00:00:50: Heute ist sie hier.
00:00:51: Und was sie macht, das kann Sie uns am besten selbst erzählen...
00:00:55: Ja also die Akademie ist nachdem das Festival ein paar Jahre gut lief entstanden weil man noch etwas Zusätzliches machen konnte und ich habe mir erst mal überlegt eine Akadémie zu planen, weil ich auch schon ganz viel unterrichtet habe mit Stuttgarter Schülern so richtig gefunden.
00:01:16: Und dann war ich aber sehr oft in Venezuela, sehr auf den Israel und dann haben wir überlegt wenn ich jetzt Musiker aus Venezuela oder Israel einladen könnte und mit denen eine Akademie mache, könnte das doch ganz schön sein!
00:01:32: Dann war es tatsächlich so dass wir im ersten Jahr eine Akademie hatten wo ich die einzige deutsche war.
00:01:37: Ich habe zwar viele deutsche Musiker gesucht, aber niemand gefunden und dann war es gleich von Anfang an sehr international.
00:01:45: Und wann ging das los?
00:01:46: Wann war das das erste Mal?
00:01:47: Das war im ersten Jahr.
00:01:50: Also haben wir tatsächlich eine Geigerin aus Venezuela eingeflogen und das haben wir in den folgenden Jahren auch öfters gemacht.
00:02:01: Ich schätze mal, ich habe jetzt auch so Ich glaube, es waren jetzt dreizehn Akademien mit einer geplanten Akademie in Corona.
00:02:13: Die nicht stattgefunden hat auch immer versucht neue Musiker und Musikerinnen einzuladen.
00:02:20: Und damit man sich das ein bisschen vorstellen kann wie alt sind die dann so ungefähr?
00:02:24: Wie weit sind sie in ihrem Studium?
00:02:26: also die sind zwischen acht zehn und dreißig und manche gewinn ich doch so lieb dass ich dann jetzt manchmal denke ich vielleicht könnte jemand ein Dreißig hier ist auch dabei sein Weil ich möchte mich von denen gar nicht verabschieden.
00:02:40: Und dann sagen wir immer, du bist diejenige, der dich die Regeln macht und das kann man so machen wie es gut ist?
00:02:45: Früher war's bis zu achtundzwanzig
00:02:47: und jetzt gehts schon bis dreißig mal gucken... Was
00:02:49: man glaube ich sagen kann, Sarah ist es die Akademie einen riesigen Fankreis mittlerweile gewonnen hat.
00:02:56: Über Social Media, über Videos die verbreitet werden ... Das ist schon eine Marke geworden, die international bekannt ist oder?
00:03:04: Ja inzwischen schon.
00:03:05: also ich hatte auch in den ersten Jahren gab es mal einen Chillist.
00:03:08: der war in Kronenberg bei der Akademie und er hat zu mir gesagt aus Kronberg kannst du eigentlich niemand einladen.
00:03:16: Dazu muss man vielleicht kurz erzählen für uns alle.
00:03:19: Kronerberg ist sozusagen das Flaggschiff Der deutschen Kammermusik gewesen, was die Nachwuchsförderung betrifft.
00:03:25: Mittlerweile kannst du ein Master studieren.
00:03:27: das ist eine glaube ich doch der ganz renommierten Orte in Deutschland und deswegen hat man so gedacht oh das ist vielleicht ein Level Zu viel, aber... Inzwischen
00:03:36: sind wirklich schon ganz viele aus Grunenberg gekommen und jetzt kann ich natürlich wenn ich jetzt vier eingeladen habe dann kann ich die anderen auch alle einladen.
00:03:43: Und inzwischen kriege ich auch ganz vielen Nachrichten von allen möglichen Musikern, die interessiert sind zu kommen.
00:03:50: Vielleicht hören wir einfach mal ein bisschen Musik, die da gemacht wird bei der Akademie in Hohenstaufen.
00:03:54: du hast uns verschiedene Beispiele mitgebracht, auf die wir uns freuen.
00:03:58: Und ich glaube das erste ist von Boslav Martinou.
00:04:01: Ja ein Duo was die Reil und ich früher auch mal zusammengespielt haben.
00:04:05: Das ist ein tolles Stück.
00:04:06: Also muss ich noch sagen du spielst Bratsche?
00:04:08: Genau und ich spiel Geige.
00:04:09: Und die Reile denk
00:04:09: ihr schon, genau, geige Bratschen!
00:04:11: Wir haben sehr viele Duos zusammen gespielt aber das hat auch immer echt Spaß gemacht.
00:04:15: Das sind ganz besondere Stücke.
00:04:16: Dann hören wir mal...
00:10:45: Also jetzt haben wir hier gehört die Claire Wells aus den USA an der Bratsche, die Nogascher haben aus Israel.
00:10:54: Und diese sind tatsächlich auch beide in Kronenberg.
00:10:57: Und das war der dritte Satz aus dem Martinodur-Richtig?
00:11:00: Ja
00:11:01: und die Aufnahme ist aus dem Jahre zwanzig vieren.
00:11:04: Man hört auch ... Ich glaub, dass habt ihr alle mitbekommen wie virtuos da gespielt wird, wie leicht, wie elegant das klingt.
00:11:11: Das ist einfach tolle Musik und toll gemacht, finden wir jedes Mal.
00:11:15: Es gibt eben immer wieder, würd ich jetzt sagen, Erinnerung total bewegende Momente in Hohenstaufen bei der Akademie.
00:11:25: Ich erinnere mich, das hast du auch mitgebracht, dass zwanzig vierundzwanzig gespielt wurden die Metamorphosen von Richard Strauss.
00:11:36: Wie bist du denn damals auf die Idee gekommen, das machen zu wollen?
00:11:40: Also ich
00:11:40: wollte mal ein Instrument dazu bringen was wir noch nicht dabei hatten und zwar den Kontrabass.
00:11:47: Und dann wollte ich auch nicht die ganz üblichen Stücke für den Kontraberst nehmen, und dann habe ich gedacht, die Metamorphosen sind ein sehr schönes Stück und ein sehr bewegendes Stück – und dann hab' ich das aufs Programm gesetzt!
00:12:02: Dann kann man ja vielleicht noch sagen….
00:12:03: Vielleicht klingelt's bei dem einen oder anderen?
00:12:06: Meistens denkt man bei diesem Stück von Richard Strauss' Metamorphose an die Fassung für Dreiundzwanzig Solo Streichinstrumente.
00:12:14: Aber was wir gemacht haben, was wir auch gleich hören werden hier aus hohen Staufen ist die Fassung für Zeptet also für ein Streichsextet plus Kontrabass und ich glaube das Interessante ist es dass sowas wie die Urfassung auch gewesen ist.
00:12:29: Also der Strauß erst mal nicht diese fassung für die vielen Instrumente komponiert hat sondern Ende nineteen vierzig zweiter weltkrieg deutschland.
00:12:39: in Trümmern fängt er an dieses Septet zu komponieren, was er erst mal nen Trauer um München.
00:12:46: Das ist auch Trauerverarbeitung, was da stattfindet.
00:12:48: Dann war das glaube ich lange verschollen tauchte wieder auf und mittlerweile wird es häufiger gespielt aber ist natürlich ein super Format wahrscheinlich doch auch Sarah Finne Akademie um möglichst viele der Teilnehmerinnen und Teilnehmer dann auch auf der Bühne zu haben.
00:13:03: Ja, und das war auch wirklich sehr bewegend.
00:13:05: also ich habe mir lange und viele Gedanken darum gemacht wer da erste Geige spielen könnte und es anführen könnte und dann hatte jemand dann konnte die Person aber irgendwie nicht und dann hab' ich wirklich ganz ganz ganz lange gesucht.
00:13:22: Das kann
00:13:23: man ja mal fragen.
00:13:26: Wie suchst
00:13:26: du denn eigentlich die Leute
00:13:29: hier?
00:13:29: Ich hab ganz lange Listen mit Namen, ich habe Empfehlungen von anderen Musikern, die mich gut kennen.
00:13:37: und da war es wirklich so, da war gleichzeitig ein ganz wichtiger Geigenwettbewerb.
00:13:42: das heißt alle Geigenspielenden Menschen, die ich gerne einladen wollte waren in diesem Wettbewerk fünf Uhr nachts, weil der Suche im Internet einen Geiger aus Norwegen gefunden.
00:13:57: Und er kam tatsächlich dann mit seiner Stradivari an und hat gespielt.
00:14:02: Und das ist gerade bei diesem Stück so toll, weil es geht erst mal los mit den Tiefenstreichern.
00:14:09: Wenn die Geigen kommen, hat der so wahnsinnig leise eingesetzt.
00:14:14: Also der hat geführt vor allem durch feine Spielweise und das fand ich ganz bewegend.
00:14:22: Als ich das erste Mal gehört hab, musste ich weinen ... Und als wir es dann im Konzert gehört haben, standen wir drei, also die Rahel der Karsten und ich in der letzten Reihe und haben auch alle drei geweint.
00:14:36: Die Musiker auch hier ... Das war
00:14:38: echt so bewegend!
00:14:39: Wollen wir noch auflösen, wer's ist?
00:14:43: Ludwig
00:14:44: Gudim.
00:14:44: Ja,
00:14:45: spielt hier... Die erste Geige, Primarius.
00:14:48: und wer ist noch mit dabei?
00:14:50: Also der ist eben aus Norwegen.
00:14:51: Dann spielt Marie-Teres Schwöllinge aus Österreich, dann spielt die Nogasa Ham aus Israel, der Philipp Souzmann aus Deutschland, Luca Giovannini aus Italien, Irena Josefosca aus Serbien und Dusan Kostitsch am Kontrabass auch aus Serbian.
00:15:10: Dann hören wir doch mal rein!
00:19:01: Danken wir.
00:21:01: uns liefen die Tränen
00:21:03: Ja, und ich glaube nicht nur uns.
00:21:05: Ich glaub da waren alle ziemlich überwältigt von dem Stück.
00:21:09: Woran liegt das?
00:21:11: Habt ihr da eine Idee warum es passiert?
00:21:15: Was macht die Musik mit uns?
00:21:16: Da könnt ihr euch auch mal überlegen was das mit euch jetzt gemacht hat als ihr das gehört habt.
00:21:23: Worin liegt es wohl?
00:21:25: Was meint ihr?
00:21:26: Es
00:21:26: gibt einen so ... Ein gängiges Thema, was auf einem Ton beginnt und der Ton wird wiederholt.
00:21:32: Und dann steigt es so seufzend nach unten.
00:21:35: also das ist so eindrücklich dass das eigentlich auch jeden
00:21:43: Das habt ihr bestimmt alle noch im Ohr.
00:21:44: Das ist dieses ... Und so weiter, das wiederholt sich im Grunde die ganze Zeit.
00:21:53: Strauß hat es aus der Eroika von Beethoven übrigens genommen aber das ist unerheblich.
00:21:58: Der verwendet das und variiert das und spielt damit.
00:22:01: Aber was entsteht, ist eine ganz dichte eigene Atmosphäre, die einen berührt, die einem trifft und einen noch nicht mehr loslässt bis zum Ende.
00:22:15: Ja, ein Komponist der häufig auf den Programmen zu finden ist die du gestaltest, Sarah, ist Shostakovich.
00:22:23: von dem stammt auch das nächste Beispiel.
00:22:24: Auch ein Kmponist, der anders berührt aber der einen richtig treffen kann.
00:22:30: Warum kommst du immer wieder auf Shostakovic?
00:22:33: Was reiz dich
00:22:34: da?
00:22:35: also ich finde es besonders beeindruckend bei Shostakovic dass er mit wahnsinnig wenigen Mitteln einen ganz großen Effekt erzielt.
00:22:44: Manchmal liegen zwei Töne lang und es kommt eine kleine Linie drüber, das ist irgendwie immer sehr ergreifend ... Als könnte man's anfassen!
00:22:57: Ganz
00:22:58: lange Phrasen auch.
00:23:00: Das
00:23:01: dauert immer sehr lang bis sich der Höhepunkt kommt, bis es sich so steigert.
00:23:08: Das ist auch, glaube ich ein echtes Merkmal von Schoster Coach.
00:23:12: Wie der mit wenigen Mitteln eben so eine Steigerung erzeugen kann?
00:23:17: Ich bin ja leier wie ihr alle wisst aber mir ist es immer wieder vorgekommen wenn man in die Partitur reinschaut und sich die Noten anschaut oder dann hat man manchmal das Gefühl dass es eine relativ einfache Geschichte die da notiert ist.
00:23:29: Das ist nicht so wahnsinnig kompliziert.
00:23:31: Aber wenn's dann zusammengespielt wird jetzt im Quartett wir hören gleich einen Ausschnitt aus dem Streichquartett von Shostakovich, dann hat das einen unglaublichen Effekt.
00:23:41: Und hat ja manchmal auch dieses sagastische ironische Vom Tonfall her wo einem der Atem stocken kann weil man eigentlich denkt was ist das jetzt hier?
00:23:52: Was zeigt er uns hier?
00:23:53: und eben jemand der in dem totalitären Regime komponiert.
00:23:57: Der anfängt Kammermusik zu schreiben noch unter Stalin und erst nach Stalins Tod dass so richtig weiterführen kann.
00:24:05: Was hören wir gleich von ihm?
00:24:07: Was hast du uns mitgebracht,
00:24:08: Sarah?".
00:24:09: Also das dritte Streichquartett und da den dritten Satz.
00:24:13: Und dann auch die Musiker gesagt nach ziemlich kurzer Zeit, dass es ihr Lieblingsstück ist.
00:24:18: Es gibt ja das achte was relativ bekannt ist... ...und das war auch wirklich ganz bewegend wie die das gespielt haben.
00:24:27: Da hast du noch vorher erklärt das Stück gespannt und bewegt.
00:24:35: Und dann war das wirklich auch so, da hat man jetzt nicht unbedingt geweint aber man hat irgendwie kaum mehr atmen können.
00:24:43: also ...
00:24:45: Bevor wir gleich reinhören in den dritten Satz, das ist der mittlere Satz dieses Streichquartetts F-Dur Opus seventy kann vielleicht noch ein bisschen erzählen.
00:24:55: Das ist direkt nach dem Zweiten Weltkrieg komponiert.
00:24:58: Das ist neunzeigundvierzig und die Partei Die KPDSU in der Sowjetunion erwartet natürlich von einem Komponisten wie Shostakovich, dass jetzt ein Triumphgesang angestimmt wird über den Sieg im großen vaterländischen Krieg gegen Nazi-Deutschland.
00:25:17: Und Shostakovic verweigert sich im Grunde genommen... Was wir hören ist die Erzählung des Kriegs?
00:25:24: Ja und wir können ja mal tatsächlich hören was da erzählt
00:25:28: wird!
00:26:23: Also, wir haben jetzt eine Aufnahme gehört vom Shostakovich mit dem Geige Georgi Moros aus der Ukraine.
00:26:32: Und an der zweiten Geige ist Patricia Cordero aus Spanien.
00:26:37: Bratsche spielt Jimin Young aus Korea und Cello spielt Irena Josefowska aus Serb.
00:26:45: Da sieht man noch mal wie international die Akademie isst!
00:26:49: Ein Name ist jetzt zum zweiten Mal aufgetaucht gerade.
00:26:54: Ja und Irene war schon sehr oft in Hohenstaufen.
00:26:57: Und die lieben wir alle, das ganze Publikum auch liebt sie auch und sie liebt es auch in Hohnstaufen zu sein.
00:27:08: Die habe ich jetzt auch gefragt ob sie einen kleinen Bericht über Hohenstaufen aufsprechen kann und den haben wir hier mitgebracht.
00:27:20: Die Hohenstaufen Kammermusikakademie ist definitiv einer meiner zwei oder drei Lieblingsorte auf diesem Planeten.
00:27:27: Es war mein erstes Kammer-Musikfestival in Deutschland, als ich neunzehn Jahre alt war und kam hierher zum Studium.
00:27:32: Und diese Akademie war der Beginn meiner kammermusikalischen Karriere.
00:27:36: So vieles hat sich aus der Akadémie entwickelt – wirklich wie aus dem Stamm eines Baumes aus dem Erste wachsen und sich weiter verzweigen!
00:27:44: Ich habe die schönsten Erinnerungen von den vielen Akademien an den ich teilgenommen habe.
00:27:50: Die schönste Gefühle, wenn ich an die wunderbare Atmosphäre im Haus bei Proben und in der Kirche bei Konzerten denke.
00:27:58: Gerade viele meiner engsten Freunde und Musiker mit denen ich ständig zusammenspiele, habe ich genau dort kennengelernt.
00:28:07: Hohenstaufen hat mein Leben und meine Seele sehr viel reicher gemacht und ich bin sehr dankbar
00:28:12: unglücklich.".
00:28:13: Ja also Irina hat ja gesagt dass sie ganz viele ihrer guten Freunde in Hohenstaufen kennengelernt haben.
00:28:20: Das ist natürlich wirklich so, es ist alles unglaublich persönlich in Hohnstoffe.
00:28:27: Wir holen die Musiker und Musikerinnen ab im Göppingen am Bahnhof und dann sind sie eigentlich quasi die ganze Zeit bei uns im Haus und leben da alle zusammen Auch schon alles Mögliche an persönlichen Geschichten.
00:28:43: Diverse Drama
00:28:45: und auch ganz schöne Geschichten, also es gab einen Pratschist eben aus dem Libanon Und der war ganz oft da und dann hatte er, also ich, die meisten immer drei Stücke spielen.
00:28:57: Dann hat er zwei gesagt, die ja gerne spielen werden beim dritten Stück.
00:29:01: Da hab' ich gedacht das bestimme ich aber doch selbst!
00:29:03: Und dann habe ich ihm ein Ravelquartett gegeben und dann habe eine Geigerin aus Luvenien eingeladen.
00:29:10: Der habe auch das Ravel Quartet gegeben und in der ersten Probe waren die beide voneinander so fasziniert dass sie es gar nicht fassen konnten.
00:29:20: Und dann haben Sie sich wirklich ganz intensiv auch mit den Sachen beschäftigt, wo die erste Greik und die Brasche die gleichen Melodien haben und kamen dann also ganz glücklich zusammen und waren furchtbar verzweifelt weil ... dass er in Wien gewohnt hat und sie in Zürich.
00:29:37: Dann haben Sie gedacht, Sie sehen sich gar nicht wieder?
00:29:39: Im Jahr drauf kamen sie wieder, waren fast schon wie ein altes Ehepaar ... Und im Jahr drauf haben sie dann geheiratet.
00:29:46: Du bist hingefahren
00:29:47: nach Zürish!
00:29:49: Das ist so der besondere Spirit.
00:29:51: Wenn man die Menschen fragt, die kommen zur Akademie.
00:29:54: Dann sagen sie ganz häufig das ist keiner der Meisterkurse wo sie sonst hinfahren oder das sind die Elite Veranstaltungen wo man hingeht für den Lebenslauf weil man berühmte Professoren treffen will.
00:30:05: Das ist es nicht in hohen Staufen sondern das ist gemeinsam auf tollem Niveau Musik machen sich kennenlernen sich menschlich begegnen ohne den Leistungsdruck, den es vielleicht andernorts
00:30:16: doch gibt und was Sie auch oft sagen dass das Publikum sie so trägt.
00:30:21: Also dann werden die eigentlich die ganze Zeit getragen und das ist, glaube ich ganz schön.
00:30:26: Weil da geht es auch nicht ... Es geht ja auch nicht drum, wer hat jetzt das am besten gespielt?
00:30:31: Sondern dass es eben alle zusammenspielen.
00:30:34: Und dadurch entsteht ganz viel
00:30:37: besondere Energie, glaub ich.
00:30:38: Ja!
00:30:40: Und ich glaube, jetzt hast du uns noch was ganz anderes mitgebracht.
00:30:44: Du machst das ja ... Gerne, dass du bei deinen Programmen, die du überlegst jetzt nicht nur die Klassik bedienst oder das Jahrhundert bedienst.
00:30:52: Oder so die Schlachtrösser des Repertoires und auch ein bisschen was abgelegenes.
00:30:55: Wir hören gleich fast von Kenji
00:30:58: Bunche.
00:30:59: Und da denkt ihr wahrscheinlich, wer ist denn das?
00:31:03: Ja also ich versuche wirklich bei den Akademien nicht nur immer neue Musiker zu finden sondern auch neue ... Stücke und auch neue Komponisten.
00:31:15: Und wir hatten im Jahr zwanzig-einenzwanzig, wo es noch gar nicht sicher war ob sie überhaupt stattfinden kann eine ganz spezielle Akademie mit nur Bratschen also bratschenstücken und da haben wir aufs Programm gesetzt ein stück von Kenji Bunch.
00:31:33: das ist ein amerikanischer Bratschist.
00:31:37: der ist glaube ich neunzehntetreihensebzig geboren und den habe in Amerika beim Oregon Bach Festival kennengelernt und der ist sehr nett und lustig.
00:31:46: Und hat ein ganz verrücktes Stück geschrieben, das heißt The Three G's.
00:31:51: Also da ist die Bratsche umgestimmt.
00:31:54: also dann gibt es die G-Seite und dann ist die C-Seit und die C Seite ist nach unten gestimmt auf einen G und dann isst die A-Seiter auch noch Einto nach unten.
00:32:10: Also ich hab das mehrmals schon verschiedenen Leuten empfohlen, das Stück zu spielen.
00:32:16: Und ein Bratsch ist der Yonell Ungureanu, ein Deutscher.
00:32:21: Der hat sich diesem Stück dann angenommen und spielt es ganz toll!
00:32:26: Und sagt mir jetzt auch immer wieder, dass er ganz glücklich ist, dass ich ihm mit dem Stück bekannt gemacht habe, die gute Freunde geworden
00:32:34: sind.".
00:32:35: Das ist ja eigentlich ganz spannend, ne?
00:32:37: Die Technik, die dahinter steckt, es steckt Seiten umzustimmen.
00:32:41: Das kennt man ja aus der Barockzeit schon.
00:32:42: Das ist Gordatura, das gibt's bei Biber zum Beispiel beim Rosenkranz und Natenglaubich-Ral.
00:32:48: Was er macht, ist, er nimmt diese alte Technik und dann wird es aber aufgepeppt.
00:32:52: Das hören wir ja gleich mit Rhythmen, die nun wirklich aus.
00:32:56: was für einem Bereich von Musik kommt das, was wir da hören?
00:32:59: Vor allem auch eine Bogentechnik, die echt speziell ist.
00:33:01: Ich glaube, da muss man auch viel so choppen und sowas.
00:33:04: Das ist eine Spieltechnik.
00:33:06: Da muss man mit dem Bogen sozusagen auf die Seite ... Also einmal so fest, dass man so fest stecken bleibt und dann gibt es so ein Beat-Geräusch.
00:33:17: Jetzt versprechen wir euch was?
00:33:18: Merkt euch mal das Wort Shopps!
00:33:20: Das wird euch noch mal begegnen in einer nächsten Folge.
00:33:23: Wartet
00:33:24: mal ab genau.
00:33:26: Es ist auf jeden Fall sehr jessig und so cool.
00:33:30: also wirklich eigentlich ... Wir sind Pop-Rockstücke oder?
00:33:33: Ja ja und das ist eben toll weil das mit dieser tiefen G-Seite erst mal anfängt wo man sich denkt hoch was denn das?
00:33:40: Und wenn man es hört zum ersten Mal, könnte man das Gefühl haben.
00:33:43: Es spielt gar nicht nur ein Instrument sondern es sind vielleicht zwei und eines begleitet und eins hat die Melodie und vielleicht kann man das noch erzählen?
00:33:51: Du hast es nämlich kurz angedeutet OBF Oregon Bach Festival.
00:33:56: da hast du den glaube ich auch mal kennengelernt und zu diesem festival könnt ihr glaube ich beide auch noch Ein Setzchen oder auch zwei Sagen.
00:34:05: Ja, klar!
00:34:08: Mit dem Oregon-Bachfestival sind wir groß geworden bzw das Oregon-Festival mit uns wie auch immer.
00:34:15: Es hat unser Vater gegründet vor über fünfzig Jahren in Oregon und wir waren wirklich als Kinder schon und auch als Erwachsene dann jedes Jahr im Sommer diese drei Wochen Dort und
00:34:26: haben
00:34:27: sämtliche, verschiedenste Musiker dort gehört.
00:34:30: Er lebt selber gespielt.
00:34:32: Da waren aber wirklich viele tolle Leute.
00:34:36: Und viele aus LA und aus New York und aus Minnesota.
00:34:40: Aber auch international aus Südamerika.
00:34:43: Da gab es die Regierkurses.
00:34:45: Es gab Chor-Orchester alles durch die Bank.
00:34:49: Das war immer sehr ... Vielseitig und toll.
00:34:52: Und Kenji Bunch kommt, glaub ich aus Oregon der lehrt auch in Portland und du Sarah hast ihn da auch kennengelernt.
00:34:59: Hat er
00:34:59: da am Orchester gespielt
00:35:00: oder?
00:35:01: Da gab es ein Konzert und wir hatten vorher auch in Hohenstaufen ein Stück von ihm gemacht einen String Circle oder ein Quintet.
00:35:11: Und das haben wir aufgeführt mit einem türkischen Geiger, einem chilenischen Geige, einem Bratschist aus dem Libanon, einem bratschisten aus Chile und einem Cellist aus Venezuela der dann immer noch getanzt hat mit seinem Cello und die sind dann aufgetreten mit Sonnenbrillen.
00:35:27: was nicht in der Partitur stand und was die schwäbischen Damen sehr speziell fanden würde ich mal sagen Und Kenji Bunch hat's aber sehr gut gefallen, dem hab ich dann so ein Video-Ausschnitt gezeigt.
00:35:40: Dann
00:35:41: hören wir doch mal rein und sagen gleichzeitig vielleicht auch schon viel Spaß mit der Musik.
00:35:46: alles Gute!
00:35:47: Wir freuen uns auf
00:35:48: die nächste Folge!
00:35:50: Schön,
00:35:50: dass du dabei warst, Sarah!
00:35:52: Tschüss!
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